Eisen-Schrott-Objekte, Zyklus
Die Zivilisation ist die Zunahme von Bedürfnissen deren man nicht bedarf. Mark Twain
Bereits beim Suchen, Sammeln und Sortieren alltäglicher Restwertstoffe der Konsumwelt, aber auch beim Recyceln und Verarbeiten derselben zu Kunstobjekten, stellt sich mir immer wieder die Frage: Wie lösen wir die globalen Umwelt-Probleme der Zukunft, Müllvermehrung und Müllverwertung? Deshalb hoffe ich, daß meine Werke vielleicht auch ein kleiner Denkanstoß dazu sind. GK Ateliernotizen 01/2001
Der Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling entstand 2000 /01 und befindet sich im Besitz des Künstlers. Die Eisen-Schrott-Objekte wurden aus Recyclingmaterialien des Hausmülls geschaffen, die aus der Müllverbrennung kommen. Gerd Kehrer hat sie auf Mülldeponien gefunden und in seinem Atelier zu Kunstwerken verarbeitet.
Stein-Eisen-Blüte 1/15
Freistehendes Objekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Diese Assemblage ist ein anorganisches Lebenszeichen, eine Hommage en miniature an den Frankfurter Osthafen. Hier habe ich sie gefunden und nach ihrem Basaltsockel gesucht.
Objets trouvés dieser Art machen mich glücklich. Das Malocher- und Recyclingrevier Osthafen hat schon immer meine Kreativität gefördert. Sein monotoner Charme mit den schlaffen aber hilfreichen Nebenarmen des Mains inmitten dieser Stadtlandschaft faszinierten mich bereits in meiner Schulzeit. Stets im Handelshoch steht er nun auch im vielfältigen Handel gesellschaftlicher Interessen. Hohes Ansehen beschleunigt zusehends seinen strukturellen Umbruch. An einem frostigen Wintermorgen inspirierte mich hier als Sechzehnjähriger die Sprödigkeit der damaligen Trümmerverwertungsgesellschaft (TVG) zu einer großformatigen Bleistiftzeichnung vor Ort. Direkt am Ostpark, wo heute die Auffahrt zur A 661 ist.
Mit weiteren Arbeiten fand sie das besondere Lob von Hans Mettel, dem damaligen Rektor der Städelschule und seiner Jury. Mit einer Mappe anderer Arbeiten bestand ich damit die Aufnahmeprüfung. GK 11/ 2000
Papa Ferrum 2/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Papa Ferrum feiert seine Auferstehung. Wie auch andere meiner Eisenkreationen ist er bereits durchs Feuer der Müllverbrennung gepilgert. Daß ihn nun, an die Wand gestellt, schönfärbender Rost befällt und an seiner Substanz zehrt, wird allein er als ein böses Zeichen der Zeit deuten, was seine Heiligkeit wohl kaum erschüttert. Wie im richtigen Leben. GK 12/2000
Windacker 3/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Im Märzen der Bauer die Rößlein einspannt. Er setzt seine Felder und Wiesen in Stand.
Er pfleget den Boden, er egget und sät und rührt seine Hände frühmorgens bis spät“.
Fröhlich verträumtes Kinderlied. Windgebläht ein Segelbaum auf Ackerfurchen. Hoffnung oder Relikt!? GK 12/2000
Fährmann 4/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Verbrannt und verrostet dem Müll entkommen. Glasgestrahlt, geschweißt, gedunkelt vom Schweißbrenner. Immer noch wellenbewegt hat er nur seine Fähre im Kopf. Die Räder seiner grauen Zellen dreh’n sich nur um Sie. Sorry! Sie natürlich klein geschrieben. Ein ganzer Kerl. Ein liebenswerter Malocher vom Main, ohne jeden Schnickschnack. GK 12/2000
Höhenflug 5/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Es sind des Vogels weite Schwingen die ihn zu freien Ufern tragen. Danach wartete ihn die Bodenstation, Regen und Schnee, Salzsäure und Schweißbrenner. Jetzt erwarten ihn krächzende Kunstkritiker und Tierfreunde. GK 12/2000
Kopfgeburt 6/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Vager, verrissener Corput. Ein vermessener Versuch dem Partus der Kreativität, Träumen, Erinnerungen und Ideen, Gestalt zu geben. Mittig auf Waagrechten, hin zur Realität, verwickelt sich die Nabelschnur. Geburtswehen. GK 12/2000
Vogelmelodie in C-Dur 7/15
Freistehende Skulptur aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Zur Zeit steht diese Metallskulptur in meinem Vorgarten. Im Regen, Schnee und Nebel reift und rostet ihr blanker Sockel Gold-Gelb-Braun bis Fuß und Farbe mit der Figur identisch sind. In der Sonne, bei Mond- oder Laternenlicht wirft der Vogel seine Schattenformen wie einen Scherenschnitt an die weiße Wand vor der er steht und gibt seinem flachen, ausgefrästen Körper ein volles Volumen. So, als sei er trächtig mit fünf C-Buchstaben. Den leichten Bewegungen im Wind fehlt jetzt nur noch die Stimme und er wäre lebendig. Später wird er vielleicht Model in frei-er Landschaft oder vor der Skyline seiner Heimat. Wer weiß!?
GK 12/2000
Entwicklung 8/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Entwicklung wohin? Nach oben oder nach unten? Ein fragliches Sinnbild unserer Zeit. GK 12/2000
„Der Begriff Fortschritt ist eine Vorstellung des Geistes, in der Natur existiert er nicht.“Jean Giono
Pegasus 9/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Gebogen, geformt, gestampft, geschweißt und gebrannt entflieht das eiserne Musenroß dem Atelier ins neue Jahrtausend.
GK 01/2001
Eruptive Metapher 10/15
Freistehendes Objekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Der Suizid der Spezies Mensch ist die absehbare Folge ihrer Gewalttätigkeiten gegen die Schöpfung. GK 2001
Für Wolfgang Amadeus 11/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Gewidmet Mozart. Meinem „Mitarbeiter“, der mir Flügel schenkt, mich immer wieder inspiriert und mein Schaffen mit vielen Konzerten begleitet. Danke, W.A.M.! GK 02/2001
Entwurf 12/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Vogelnest 13/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Spross 14/15
Wandobjekt aus Zyklus Umwelt – Kunst und Recycling
Türsteher 15/15
Freistehendes Objekt aus Zyklus – Kunst und Recycling
„Mal reinschauen, meine Damen und Herren ?!“