Gerd Kehrer wurde auf dem Mühlberg in Frankfurt-Sachsenhausen geboren, dort, wo Goethe seine Liebschaften pflegte und den Osterspaziergang schrieb. Hier, in „Dribbdebach“, verbrachte er seine frühe Kindheit. Seine Heimatstadt Frankfurt erlebte er damals als eine vom Zweiten Weltkrieg zerstörte Stadt, in Trümmern, Hunger und Elend.
Sein Vater, Friedrich Kehrer, der seinem Sproß die ersten künstlerischen Impulse im Zeichnen und Malen vermittelte, war ein bekannter Typograph und Faktor bei Georg Stritt & Co, einem renommierten Graphischen Großbetrieb. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Jahr 1954 absolvierte Gerd Kehrer dort eine dreijährige Lehre als Positivretuscheur und erfuhr eine solide Ausbildung in fast allen Disziplinen des graphischen Gewerbes.
Danach studierte er Freie Malerei an der Städelschule und Grafik-Design an der Kunstschule Westend in Frankfurt am Main. Seine Lehrer waren der Max Beckmann-Schüler Walter Hergenhahn sowie Max Bittrof, ein weltbekannter Pionier der Gebrauchsgrafik, Schöpfer vieler deutscher und internationaler Banknoten, Briefmarken, Plakate und Logos.
Seit 1959 arbeitete Gerd Kehrer fast fünfzehn Jahre lang als Grafik-Designer mit Sonderverträgen in der Werbeabteilung von T&N, einem Unternehmen der Großindustrie. Bereits sein damaliges Schaffen wurde durch nationale und internationale Wettbewerbe, Publikationen, Ausstellungen und Auszeichnungen bekannt.
Eine Zäsur im Leben von Gerd Kehrer bedeutete der seit seiner Jugend innig gehegte Wunsch, selbständig als freischaffender Künstler tätig zu sein, den er sich dann 1974 erfüllte. Um seine künstlerischen Vorstellungen unabhängig realisieren zu können, kündigte Gerd Kehrer sein Angestelltenverhältnis. Seitdem ist er als freischaffender Künstler tätig.
Er ist der Sohn von Gertrude Kehrer, geb. Schuh, Schneiderin (1909 – 2008) und von Friedrich Kehrer, Faktor und Typograph (1897 – 1954). Gerd Kehrer lebt und arbeitet in Frankfurt am Main und ist verheiratet mit Eva-Maria Kehrer. Sohn der beiden ist Dr. Rico Kehrer.